Patrick Rauter war wieder einmal unterwegs – dieses Mal hat’s ihn nach Neuseeland verschlagen und hat uns wieder seinen Travel-Report mitgebracht!

„Mir war Neuseeland natürlich schon bekannt, doch der Team-Trip von Thirtytwo hat mich besonders nachhaltig beeinflusst und den Wunsch verstärkt, selbst dorthin zu reisen. Meine Freundin musste ich ebenfalls nicht lange überzeugen, da sie an den vielen richtig guten Surf-Spots ebenfalls voll auf ihre Kosten kommen würde.

Der Flug von München über Dubai und Sydney nach Auckland war mit knapp 1.300,- Euro pro Person verhältnismäßig günstig. Nach eineinhalb Tagen kamen wir mit einem mächtigen Jetlag in Auckland an, der größten Stadt Neuseelands. Dort holten wir unseren Camper-Van ab, in dem wir zunächst einmal vernünftig unser Gepäck verstauen mussten. Um unseren Jetlag etwas abzuschütteln, fuhren wir danach direkt zum nächstgelegenen Skatepark.

Irgendwann konnten wir die aufkommende Müdigkeit durch den langen Flug nicht mehr ignorieren und suchten uns etwas außerhalb der Stadt einen kostenlosen Stellplatz für unseren Van. Wir mussten nicht allzu lange suchen, da es in Neuseeland sehr viele kostenlose Parkplätze für genau solche Camper-Vans gibt. Außerdem findet man in jedem noch so kleinen Ferienort voll ausgestattete ‚Powered Campsites‘, die mit um die 15,- Euro pro Nacht und Person weitaus günstiger sind als ständig in einem Hotel zu übernachten.

Mt. Maunganui

Surfspot am Mt. Maunganui | © Bianca Klausner
Surfspot am Mt. Maunganui | © Bianca Klausner

Wenig später ging es weiter nach Mt. Maunganui. Die Stadt ist touristisch sehr gut erschlossen und damit sind natürlich auch einige Leute im Wasser. Am größten Right-Hand-Break muss man sich seine Welle schon verdienen, dennoch kommt keine schlechte Stimmung im Wasser auf. Für mich als Außenstehender ist der ‚Localism‘ der Einheimischen bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar, denn ich würde es im Winter auch nicht gerade abfeiern, wenn jeder talentfreie die frisch verschneiten Hänge runterpurzeln würde.

Mt. Ruapehu

Das Icefield am Mt. Ruapehu | © Bianca Klausner
Das Icefield am Mt. Ruapehu | © Bianca Klausner

Anschließend ging es weiter zum Mt. Ruapehu, dem größten Skigebiet auf der Nordinsel, das in der unmittelbaren Nähe eines aktiven Vulkans liegt. Auf dem Weg dorthin legten wir einen Zwischenstopp in der Kleinstadt Taupo ein, die gerne als ‚Welthauptstadt des Skydiving‘ bezeichnet wird. Zum Geburtstag hatte ich einen Skydive-Gutschein bekommen und hier löste ich ihn in ein. Eine Erfahrung, die ich nur empfehlen kann, denn wer bei einem Sprung aus 3.000 Metern Höhe und dem anschließenden Gleitschirm-Flug keinen Adrenalinstoß bekommt, dem ist nicht mehr zu helfen.

Switch Ollie | © Bianca Klausner
Switch Ollie | © Bianca Klausner

Am Mt. Ruapehu selbst hatten wir etwas Pech mit dem Wetter, denn es regnete, schneite und stürmte so stark, dass wir uns nach alternativen Spots im unteren Bereich des Gebietes umsehen musste. Bis auf den ersten Tag! An dem schaut kurz die Sonne durch und wir konnten das ‚Icefield‘ fahren. Man braucht übrigens für alle Film- und Fotoaufnahmen am Mt. Ruapehu eine Genehmigung, da einige Bergkuppen im Gebiet für die Maori heilig sind.

Südinsel Neuseeland

Die Südinsel Neuseelands | © Bianca Klausner
Die Südinsel Neuseelands | © Bianca Klausner

Nach langer Fahrt weiter in Richtung Südinsel, kamen wir endlich auf dem Campingplatz am Mt. Hutt an. Am nächsten Morgen ging es über eine sehr lange Passstraße hoch ins Gebiet. Multipliziert die Kaunertaler Gletscherstraße mit 2 und fügt hundert Meter tiefe Abgründe an beiden Seiten hinzu und entfernt jegliche Begrenzungen, dann habt ihr eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Bergstraßen in Neuseeland aussehen. In Mt. Hutt gab es einen großen Snowpark mit feiner Kicker-Line und vielen Jib-Obstacles. Das Schöne hier ist, dass die Lines in das Gelände integriert werden und so entsteht ein schöner Flow. Außerdem sind beinahe alle Obstacles so aufgestellt, dass man sie auch seitlich fahren kann und man sich so komplett kreativ ausleben kann.

Cardrona

Hippie Jump in Cardrona | © Bianca Klausner
Hippie Jump in Cardrona | © Bianca Klausner

Das nächste Gebiet auf unserer Route ist wohl das bekannteste Resort in Neuseeland: Cardrona. Der Park hier wurde komplett neu aufgestellt und wartet mit vielen Kickerlines, Rails, einer Superpipe und einem riesigen Landing-Pad auf. Als wir ankamen, war zwar beinahe der gesamte Contest aufgrund eines Contests gesperrt, was uns aber nicht weiter störte, denn das Backcountry ist verspielt und weitläufig mit vielen natürlichen Hips und Cliffs.

The Remarkables

Method im Backcountry von The Remarkables | © Bianca Klausner
Method im Backcountry von The Remarkables | © Bianca Klausner

Im Anschluss an Cardrona ging es direkt weiter nach Queenstown. Diese Kleinstadt liegt an dem riesigen Wakatipu-See und nur eine halbe Stunde von zwei der größten Skigebiete Neuseelands entfernt: The Remarkables und Treble Cone. In The Remarkables gibt es drei verschiedene Parks, einen Hike-Park mit Street-Obstacles und einen der größten Stash-Parks der Welt. Hier wird kein Metall verwendet, sondern nur Holz, Stein oder Granit.

5-O Fs 180° out im Stashpark | © Bianca Klausner
5-O Fs 180° out im Stashpark | © Bianca Klausner

Ich hatte das Glück schon in vielen verschiedenen Ländern Snowboarden zu gehen, und trotz der relativ überschaubaren Größe der Resorts in Neuseeland, können sie – besonders was das Freestyle-Angebot betrifft – meiner Ansicht nach locker mit den allerbesten Skigebieten im Alpenraum mithalten. Am letzten Tag ließen wir uns ein kleines Tattoo als Andenken stechen und trafen lustigerweise auf Jake Burton und DCP, die auf die Premiere des neuen Yes-Films in einem der besten Burger-Läden der Stadt gingen. Den ließen wir uns natürlich nicht entgehen! Es gäbe noch viele andere Geschichten von diesem Roadtrip zu erzählen, doch am besten macht ihr euch selbst ein Bild von Neuseeland.“

Favorite Travel-Buddy, Fotografin und Filmerin: Bianca Klausner | © Patrick Rauter
Favorite Travel-Buddy, Fotografin und Filmerin: Bianca Klausner | © Patrick Rauter

Travel-Tipps Neuseeland

  • Wenn möglich versuchen unter der Woche zu starten und zurückzukommen, so könnt ihr meistens einige hundert Euro sparen
  • Einen Campervan mieten und im Vorfeld über Zubehör wie Navi-Gerät & mobile Heizung informieren
  • Am besten zuhause üben, wie sich schnellstmöglich Schneeketten anlegen lassen
  • internationaler Führerschein ist Pflicht
  • Linksverkehr
  • eine Mobiltelefon-Karte organisieren, so dass man immer schnell nachschauen kann, wo der nächste gratis Stehplatz oder ‚powered campsite‘ liegt
  • Stromadapter!
  • Neoprenanzug, Winterjacke und definitiv viel warme Unterwäsche
  • Vorsicht bei Bargeldabhebungen, die Gebühren schwanken zwischen 2,50 und 15 Euro
  • Neuseeland ist recht sicher und es gibt im Gegensatz zu Australien kaum giftige Tiere oder sonstige Krankheiten, gegen die man sich impfen muss
  • Auch bei den Tankstellen (Mobil & Gul) und Supermärkten (New World & Countdown) auf Preisunterschiede achten

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