Sind Bagjumps Segen oder Fluch? Hier scheiden sich die Geister. Tom Kingsnorth war auf Stimmenfang.

Bei Airbags ist die Meinungsschneise so tief wie der Mariannengraben. Während manche denken, es ist extrem wichtig für den Fortschritt des Snowboardens sagen andere, Airbags ruinieren den Sport. Bagjumps sind momentan auf dem Vormarsch wie nie zuvor.

Warum gehen die Meinungen über sie so auseinander? Tom Kingsnorth, Redakteur des Pyramid Magazins hat mit einigen Pro’s geredet und sie gefragt, was sie von den Sprunghilfen halten.

Ludvig Billthoft über Bagjumps

Bagjumps or not

Ludvig Billtof: “I don’t ride them myself but it’s a really good way to progress, there are Swedish kids that go to the Banger Park twice a season and they learnt so much. Personally I’d rather go actual snowboarding.”

Snowboarden ist ein Sport mit sehr hohem Verletzungsrisiko, man muss bestimmte Risiken in Kauf nehmen wenn man sich weiterentwickeln will. Ein Airbag vermindert das Verletzungsrisiko ungemein. Je höher das Level wird, desto nützlicher kann ein Airbag sein – einer der das Snowboardethisch verwerflich findet, ist  Sebbe de Buck.

SEBBE DE BUCK ist kein großer Fan von Bagjumps

Sebbe De Buck Bagjumps

Sebbe de Buck:” I don’t like them you have to earn to learn, if you need an airbag to learn a new trick you aren’t ready to learn that trick and also don’t be a little bitch. I’ve never ridden one in my life. 

Was heute der Bagjump, war früher der Powder

Bevor es Airbags gab, hat man die ersten Flips und Corks eben einfach im Powder versucht. Nach 10 Hits war die Landung jedoch meistens dermaßen hinüber, dass der Spaß oft schneller vorbei war als er angefangen hat. Das Tricklevel war früher sicherlich sehr viel niedriger, dennoch waren Powder Jumps ein Meilenstein für das Erlernen neuer Tricks. Wenn man dann die ersten Pow-Tricks im Park gemacht hat – hell yeah! Früher sind Fahrer nach Japan geflogen um Powderparts zu filmen, heute fliegen viele um neue Tricks auf den dort vorhandenen Dryslope-Jumps zu lernen.

Jake Pates über Bagjumps

Foto: Cole Pates
Foto: Cole Pates

Jake Pates: “I have hit airbags, they’re definitely good for progression and trying to safely learn new tricks. I think a lot of people don’t like airbags because they have pushed the sport so quickly. I see the upside too though, it’s hard to keep up with the progression of the sport nowadays so airbags allow people to try tricks without just hucking it on snow not knowing how to do it. I’ve had my fair share of trying tricks with no airbag attempts to back me up. That’s 100% doing it the hard way, which is mad respectable but nowadays can be pretty dangerous. The airbags are keeping us safe, to an extent ????????‍♂️ ”

Seit Slopestyle und Big Air Snowboarden olympisch geworden sind, gibt es fast in jeder Snowboardnation Airbags, Canada ist diesen Weg schon vor langer Zeit gegangen und hat mit dem Maximise Projekt in Quebec schon vor langer Zeit Maßstäbe in Sachen Bagjumps gesetzt. Es steht außer Frage dass die Airbags das Snowboarden auf ein neues Level gebracht haben. Erstens kann man hier das ganze Jahr fahren, sie sind meistens sehr leicht erreichbar und anstatt wie auf einem Powderkicker 10 Hits kann man hier locker 100 mal am Tag drüber schanzen.

Maximise in Quebec, Fortschritt oder Betrug?
Maximise in Quebec, Fortschritt oder Betrug?

Sarka Pancochova sieht die Sache mit den Bagjumps etwas gelassener

Sarka BagjumpSarka Pancochova: “It’s fun, I approach it in the same way as skateboarding, i don’t think of it as snowboarding, it’s just something else to do. I try lots of tricks with different grabs, it’s not like you have to go there and do triple corks. Some riders are negative about it because they are nervous that some young kid who learnt on an airbag will steal their spot as a pro but I feel like everyone is so good now it doesn’t make a difference if you ride an airbag or not, you have to have something different and creative to get further and make it”

Die „dunkle“ Seite der Bagjumps

Die Kehrseite der Medaille ist, dass seit der Einführung von Bagjumps extrem viele Pro-Snowboarder auftauchen, die nicht mehr den Spirit vom Snowboarden leben. Viele von ihnen leben in absoluter Askese, trinken nicht, feiern nicht, tragen enge Gymnastikkleidung anstatt Skate-Klamotten und viele von heute haben einen Turnhintergrund und kommen nicht so wie früher vom Skateboarden.

Airbags sind am Schluss trotzdem die ideale Voraussetzung um schnell und risikofrei neue Tricks zu lernen, viele Fahrer, die Airbags eigentlich verabscheuen fühlen sich jetzt gezwungen Airbags zu springen, aus Angst, von ihren Gymnastik Kollegen abgehängt zu werden.

Bagjumps Max de Vries

Max De Vries: “I think airbags are shitty, I’ve ridden them twice before the Olympics when I went with the national team. I fucked up all my clothes because the airbag is so dry, it burnt through my snowboard pants. It’s a bad thing for snowboarding because people that can’t do a seven on snow are suddenly doing triples on an airbag, it’s cheating.

Auch Maxi Preissinger ist ein Verfechter der alten Schule

Bagjumps Maxi Preissinger

„In meinen Augen sind Airbags eher Fluch als Segen für Snowboarden. Sie sorgen für eine wesentlich schnellere Progression der Tricks als normal. Ich selbst bin nie einen Landing bag gefahren und habe es auch nicht vor, da snowboarden meiner Meinung nach auf den Berg gehört und nicht aufd Matten und Luftkissen.“

Carlos Garcia Knight sieht den großen finanziellen Aufwand

Pic: Alek Oestreng

Carlos Garcia Knight: “I think they are bad because for one they costs lots of money for kids to ride, when they could spend that money on lift tickets or a new board- it’s an extra cost and two, when people are a kid you are so influenced by what you see around you and now kids want to go out and huck new corked tricks and not just go snowboarding with their friends and have fun. When I grew up snowboarding I was messing around and just cruising but for some riders that part has been lost.

Was auch immer man über Bagjumps denken mag, sie werden so schnell nicht aus dem Snowboardgame verschwinden und wer weiß, wie verrückt die Snowboardtricks noch werden. Mittlerweile sind Bagjump-Fahrer ernst zunehmende Medaillenkandidaten, die bekanntesten und beliebtesten Fahrer jedoch haben zum Großteil gar keine oder nur wenig Zeit auf Bagjumps verbracht. Mittlerweile ist das Contestfahren sowieso eine Welt, die der Otto Normal Snowboarder nur noch begrenzt erfassen kann, zu schnell und zu heftig sind die Rotationen mittlerweile. Da sehen wir doch lieber einen Backside 5 Method so wie in Torgeir Bergrem macht und überlassen das Trippeln, Quadruplen und Spin-to-Win den Turnern. Amen.

Der Artikel ist ursprünglich im Pyramid Magazine erschienen, Author ist Tom Kingsnorth.

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