Sani Alibabic im Interview über Innsbruck und sein unglaubliches Shred-Potential. Wir haben uns Sani Alibabic zum Interview geladen, der nahe Innsbruck aufwuchs und die Stadt mit dem „Goldenen Dachl“ nun schon seit 20 Jahren sein Zuhause nennt. Sani war Pro, managed heute andere Pros wie zum Beispiel Anna Gasser und liebt es morgens vor der Arbeit noch schnell eine Splitboard Tour zu gehen. Der Mann weiß also von was er spricht, wenn es um Innsbruck und Shredden geht

Tipp: Schaut Dir unbedingt unseren Artikel über „Die besten Skigebiete der Alpen“ an. Wir haben uns die besten Resorts für Snowboarder angeschaut und die Locals über Ihr Gebiet befragt.

Sani Alibabic im Interview

  • ALTER: 40 Jahre
  • WOHNORT: Innsbruck
  • SNOWBOARDET SEIT: 1991
  • GRÖSSTER ERFOLG: Videoparts in Pirate Movie und Blank Paper – Prudctions
  • ZIEL: Bis ans Ende meiner Tage zu snowboarden …
  • LEBENSMOTTO: „The time is always now!
  • SPONSOREN: Seit dem Ende meiner Karriere habe ich keine offiziellen Sponsoren mehr. Aber ich bin nach wie vor auf ein paar ProductFlowlists, wie z. B. bei Burton und Oakley

 

Sani, du bist in der Nähe von Innsbruck aufgewachsen und um die Jahrtausendwende mit dem Snowboarden dort groß geworden. Warum bist du der Stadt immer treu geblieben und bist nicht wie viele andere Pros in die USA gezogen, um deine Karriere international weiter voranzutreiben?

Ich komme ursprünglich aus Wattens, was ca. 15 km von Innsbruck entfernt liegt. Mit 20 bin ich dann in die Stadt gezogen. Als Pro habe ich auch viel Zeit in Utah, Washington und Kalifornien verbracht und dort auch zeitweise gelebt. Auch heute, nach meiner Karriere, bin ich immer noch viel unterwegs, aber meine Base war und ist steht´s Innsbruck. Es gibt viele Orte auf dieser Welt zu denen ich gerne reise, aber ich habe noch keinen anderen Platz gefunden, von dem ich behaupten könnte, dass das Gesamtpaket besser passt, als hier in Innsbruck. Innsbruck war einst die Snowboard-Metropole der Alpen. Als der Boom dann vorbei ging, wurde es auch um die Stadt ruhiger. Doch heute zieht es wieder vermehrt Firmen und Snowboarder in die tiroler Hauptstadt.

Was ist deiner Meinung nach der Grund dafür?

Ja, seit ein paar Jahren boomt die Szene wieder in Innsbruck. In erster Linie, weil Innsbruck geografisch perfekt liegt, quasi im Zentrum der Alpen. Die Stadt ist umgeben von vielen sehr guten Snowboard-Gebieten und Bergen. Zweitens, haben wir vier große Universitäten. Also lässt sich hier Studium und die Leidenschaft zum Sport gut miteinander verbinden. Außerdem haben Firmen wie Burton, Pirate Movie Production, Distillerie, Mons Royal, Black Diamond, etc.. ihre Standorte hier, also auch ein Hot Spot was Jobs in der Industrie angeht.

Als wir dich zum Interview über den Stubaier Gletscher und die Axamer Lizum gebeten haben, warst du heil froh, dass wir über diese Gebiete sprechen wollten und nicht z. B. über die Nordkette. Was ist der Grund dafür?

Naja, auf der Nordkette herrscht halt ein harter „Localism“. Deswegen hätte ich es mir ungern mit Insights über das Gebiet mit meinen Freunden verscherzt. [lacht]

Oh je, dann lass uns gleich mal in die Axamer Lizum abbiegen. Wie kommt man am entspanntesten aus Innsbruck ins Gebiet und wie lange dauert die Fahrt dorthin?

Am entspanntesten ist es wahrscheinlich mit dem Auto. Die Fahrt vom Zentrum aus dauert etwa 25 min. Allerdings ist es nachhaltiger und chilliger mit dem Gratisbus zu fahren, der ca. 45 min von Innsbruck aus in die Lizum braucht.

Die Axamer Lizum bietet ein paar feine Freeride Runs. Welche Abfahrten kannst du empfehlen, wenn man sich im Gebiet noch nicht so gut auskennt?

Das feine in der Lizum ist, dass die meisten guten Runs ziemlich offensichtlich sind und man mit der schnellen Olympiabahn sehr viele lange Abfahrten in kürzester Zeit runterspulen kann. Die berühmte Damenabfahrt, bietet ein paar coole Side Hits, Pistenkanten und kleine Wechten zum Freestylen und in der unteren Hälfte kann man in den Wald einfahren und auf dem Weg nach unten noch ein paar Pillows mitnehmen.

Wie sieht es mit etwas anspruchsvolleren Runs in der Lizum aus?

Bei Neuschnee bietet die Damenabfahrt einfach alles, was es zum Shredden braucht. Aber auch am Birgitzköpfl Sessellift eröff nen sich ein paar feine Tree Runs, die sich bei mieser Sicht ideal zum Powdern eignen. Vom Birgitzköpfl – haus aus beginnt auch eine lange Abfahrt bis nach Götzens. Der Run ist zwar nicht so anspruchsvoll, aber die Länge und die vielen kleinen Features auf dem Weg nach unten sind echt spaßig zu fahren. Tourengehen wird immer beliebter.

Welche Tour in der Axamer Lizum gehört zu deinen Stammtouren?

Tourengehen geht durch die Decke! Besonders in der Vorsaison, wenn die Lifte noch geschlossen die Pisten aber schon präpariert sind, ist der Parkplatz in der Lizum an manchen Tagen trotzdem voll. Für mich ist Splitboarden ein gutes Fitnesstraining, das ich mit einem Run abschließe, also eine Win-win-Situation! Wenn es die Schneeverhältnisse und die Lawinenwarnstufe zulässt, wäre mein Tipp die Tour hoch zum Ampferstein. Der Aufstieg dauert ca. zwei Stunden, bevor man vom 2.556 m hohen Gipfel eine traumhafte Aussicht ins Stubaital genießen kann und anschließend mit einem lohnenden Pow Run für den Aufstieg belohnt wird!

Wer von Innsbruck aus auf den Berg möchte, hat die Qual der Wahl. Bei welchen Wetter- und Schneeverhältnissen ist deine Wahl die Lizum?

Die Axamer Lizum geht immer! Egal ob die Schneeverhältnisse gut oder schlecht sind. Lange und perfekte Groomer-Abfahrten machen ja trotzdem gute Laune!

Neben alle den Tiefschneeabfahrten, bietet das Gebiet mit dem Golden Roofpark auch allen Freestylern ein Zuhause. Für welches Fahrlevel ist der Park ausgelegt?

Es ist kein großer Park und eher was für Anfänger bis Average Level-Fahrer. Aber er ist trotzdem super spaßig und hat ein paar coole Features. Die letzten Jahre war die Hip auf jeden Fall mein Highlight.

Wenn wir schon beim Thema „Park“ sind. Am Stubaier Gletscher wartet mit dem DC Stubai Zoo ein Park auf alle Shredder, der jeden Herbst und im Frühjahr zum Dreh- und Angelpunkt der internationalen Szene wird. Was zeichnet den Park aus und bietet das Set-up auch für Otto Normal-Snowboarder genügend Lines?

Korrekt, im Herbst trifft sich wirklich die ganze Freestyle- und Contest-Szene am Gletscher. Seit die Prime Park Session da oben stattfindet, steht hier ein perfektes Trainings-Set-up für die Profis. Auch der Public Park ist immer in einem guten Zustand. Sowohl die Kicker als auch die Rails sind small bis medium Size, somit findet „Otto“ auch seine Lines da oben!

Da sich der DC Stubai Zoo an hoher Beliebtheit erfreut, kann es an den Wochenenden schon auch mal voller werden. Welche Runs am Gletscher bieten eine echte Alternative zum Parkfahren an solchen Tagen?

Am Gletscher bieten sich lange Pistenabfahrten mit vielen kleinen Hits und Kanten an, die schon echt Bock machen. Wenn der Schnee passt, gibt es auch viele kurze Freeride Sections die man schon aus der Gondel und den Liften auschecken kann. Allerdings ist da oben abseits der Pisten Vorsicht geboten, da das Gelände sehr steinig ist! Mein persönlicher Favorit ist die Abfahrt vom Schaufeljoch zur Gamsgarten Gondel. Da kannst du Ballern bis dir die Oberschenkel platzen. Der Gletscher ist auch Ausgangspunkt für mehrere Touren.

Hast du unseren Leserinnen und Lesern einen Tipp, welche Tour sich für Toureneinsteiger anbietet?

Generell würde ich behaupten, dass Skitouren auf Gletschern nichts für Einsteiger sind. Einerseits wegen der dünnen Luft in der Höhe und andererseits wegen dem Risiko der Gletscherspalten. Aufs Schaufeljoch führen verschiedene Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsklassen, weshalb dieser Gipfel mein Tipp wäre. Aber bitte nie vergessen, dass man sich außerhalb der gesicherten Zone befi ndet und auf Eigenverantwortung handelt!

Nach einem langen Tag am Berg, erwacht das Nachtleben. Wo triff t sich die Innsbrucker Snowboard-Szene nach Einbruch der Dunkelheit?

Wie schon erwähnt ist Innsbruck eine Studentenstadt, und die müssen nicht immer und jeden Tag von 9 bis 17 Uhr im Hörsaal sitzen. Ergo es gibt an jedem Wochentag die Möglichkeit auszugehen … Das Jimmys ist seit je her sehr beliebt, alternativ gibt‘s noch das Kater Noster, Machete, John Montague, Woosabi (geführt von Diana und Jocki Köffl er) und das Brooks, das der Pircher Simon mit ein paar Freunden betreibt.

Hast du zum Schluss noch eine Empfehlung, was man in und um Innsbruck an absoluten Downdays machen kann?

An Downdays würde ich die WUB Skatehalle ansteuern, die übrigens vor kurzem erneuer t wurde. Direkt daneben liegt die Kletterhalle. Ansonsten bietet Innsbruck alles, was eine Stadt eben zu bieten hat …

https://axamer-lizum.at

https://stubaier-gletscher.com

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