Nicolas Huber im Interview | Nicolas ist ein Snowboarder wie er im Buche steht. Er fährt hammermäßig Snowboard, hat einen verdammt guten Style und nimmt sich selbst in der Öffentlichkeit nicht allzu ernst. Der Corvatsch Ambassador mischt die Snowboard-Welt mit seiner unkonventionellen Art erfrischend auf und plaudert hier mit uns über sein Home Resort Corvatsch, einem Gebiet, das für den Olympiateilnehmer von 2018 etwas magisch besitzt.

Tipp: Schaut Euch unbedingt unseren Guide „Die besten Skigebiete der Alpen“ an. Wir haben uns die besten Resorts für Snowboarder angeschaut und die Locals über Ihr Gebiet befragt.

Nicolas Huber im Interview

  • ALTER: 23 Jahre
  • WOHNORT: Chur
  • SNOWBOARDET SEIT: 12 Jahren
  • GRÖSSTER ERFOLG: 2. Platz WM Spanien
  • ZIELE: Besserer Snowboarder werden
  • LEBENSMOTTO: Voll Gas!
  • SPONSOREN: Schweizer Sporthilfe, Corvatsch Park, Funky, Nothwave, Level, Smith, doodah

Sebastian Gogl: Nicolas, du hast dich als gespaltene Persönlichkeit in einem Videoclip selber über den Corvatsch interviewt. Welche erste Frage würdest du dir in diesem Home Run Interview stellen?

Nicolas: Haha, du machst es dir ja leicht, was für ein Gesprächseinstieg! Ich würde mich fragen, warum ich mir das antue ein Interview bei besten Wetter- und Schneeverhältnissen am Corvatsch mit euch zu führen, wo ich doch auf meinem Brett am Berg unterwegs sein könnte. Und wie lautet deine Antwort darauf? Weil es mir Spaß macht mit euch zu sprechen und mir das Interview die Möglichkeit gibt, euch mein Home Resort vorzustellen.

Sebastian Gogl: Du hast uns letztes Jahr erzählt, dass der Corvatsch im schönsten Tal der Schweiz liegt. Was macht das Tal so besonders für dich?

Nicolas: Das Licht ist meiner Meinung nach absolut magisch, wenn am Ende des Tages die Sonnen untergeht. Auch die Abgeschiedenheit von größeren Metropolen und Verkehrsverbindungen machen die Gegend um den Corvatsch speziell. Und ja, dann ist da noch die atemberaubende Bergkulisse.

Sebastian Gogl: Nach wie vor assoziieren viele Leute die Gegend rund um St. Moritz mit Pomp und Glamour. Triff t man am Corvatsch tatsächlich auf Pelzkrägen und Jethosen?

Nicolas: Nein, das trifft auf den Corvatsch nicht zu. Dieses Chambre treibt sich eher in den Starßen von St. Moritz herum. Auf dem Corvatsch sind meiner Auffassung nach überwiegend schneesportbegeisterte Menschen unterwegs, die das unglaubliche Potential von Pisten, Backcountry und Park zu schätzen wissen.

Sebastian Gogl: Egal ob Terje Haakosen, Nicolas Müller oder Markus Keller, der Corvatsch zieht seit jeher die besten Snowboarder in seinen Bann. Was zeichnet das Terrain aus, das Snowboarder aus der ganzen Welt ins Oberengadin zum Filmen und Fotografi eren kommen?

Nicolas: Das Terra in ist anspruchsvoll und verspielt zugleich und bietet endlose Möglichkeiten zum Freeriden und Backcountry Freestyle in einer einzigartigen Bergkulisse mit Blick auf die Seen im Tal an. Damit ich hier jetzt nicht zu cheezy klinge, höre ich lieber auf und schlage stattdessen vor, dass ihr selber mal vorbei kommt, denn dann versteht ihr was ich meine.

Sebastian Gogl: Die meisten unserer Leserinnen und Leser fahren nur minimal schlechter als Terje, Nico und Mä. Welchen Powder Run würdest du ihnen empfehlen, um 100% Corvatsch-Feeling erleben zu können?

Nicolas: Unter dem Sessellift, der zur Mittelstation führt, gibt es viel Platz und unzählige Hits, um sich im Powder auszutoben. Während der Fahrt nach oben kann man sich ganz entspannt den nächsten Run aussuchen, um dann ein paar Minuten später die ausgewählte Line zu shredden.

Sebastian Gogl: Der Corvatsch Park ist fast schon dein zweites Zuhause. Für welches Fahrlevel ist der Park eigentlich ausgelegt?

Nicolas: Der Park bietet für jedes Fahrlevel passende Lines, die einen echt guten Flow besitzen. Je nach Jahreszeit variieren auch die Obstacles und ihre Größe. Für alle Könner ist die große Kicker Line ein echtes Highlight, wenn man auf den perfekt abgestimmten Flugkurven in Richtung Tal segelt. Wer in den Park abbiegt, bleibt dort nicht selten für den Rest des Tages hängen.

Sebastian Gogl: Wir hören immer wieder, dass es in den einschlägigen Parks zu Wartezeiten an den Inruns kommt, aber Anstehen am Corvatsch scheint ein Fremdwort zu sein. Wie erklärst du dir dieses Phänomen?

Nicolas: Wie ich vorhin schon meinte, liegt der Corvatsch etwas abseits der Hauptverkehrsadern, weshalb die großen Touristenströme und vor allem der Tagestourismus in andere Richtungen gelenkt wird. Wer also auf qualitativ hochwertiges Snowboarden in relaxter Umgebung steht, ist am Corvatsch richtig.

Sebastian Gogl: Welche Park Events empfiehlst du unseren Leserinnen und Lesern, wenn man Engadiner Luft mit Snowboarden Action verbinden möchte?

Nicolas: Auch wenn es sich beim Freeski World Cup um Skifahren handelt: Die Show ist der absolute Wahnsinn! Und natürlich die Progression Days zum Saisonende hin, sind ein absolutes Highlight, das schon fast Summer Camp-Atmosphäre bietet.

Sebastian Gogl: Stichwort Progression Days. Das zweiwöchige Event fand vergangenes Frühjahr statt, als die meisten Gebiete schon ihren Betrieb eingestellt hatten. Um was geht es bei den Progression Days?

Nicolas: Die Progression Days sind der perfekte Ausklang aus der Saison, um mit Freunden die letzten Tage im Park vor der Sommerpause zu genießen. Mit endless slushy Labs und guten Vibes in der Chill Area, lassen die Progression Days die Saison gebührend ausklingen.

Sebastian Gogl: Zwischen Park und Backcountry gibt es am Corvatsch ganz zufälligerweise auch noch Pisten. Auf welcher Abfahrt warten die spaßigsten Side Hits und wo lässt es sich am besten über den präparierten Schnee in der Waagrechten carven?

Nicolas: Zum Carven empfehle ich die Abfahrt vom Gipfel zur Mittelstation. Vor allem morgens, wenn die Piste noch frisch präpariert ist, macht Pis tenheizen au f diesem Run mega viel Spaß. Side Hits gibt es bei uns überall, da fällt es mir schwer einen speziellen Run hervorzuheben.

Sebastian Gogl: Und wenn der Tag sich dem Ende neigt, treffen wir dich am ehesten wo auf ein Feierabendbier?

Nicolas: Die Hossa Bar ist fast immer meine Endstation, vor allem an der Snow Night! Es soll schon vorgekommen sein, dass es nicht bei einem Feierabendbier bleibt. An welchem Tresen interviewt sich Nic Huber gerne auch mal wieder selbst zu später Stunde? Wenn ich in die Hossa Bar gehe, komme ich meistens nicht mehr so schnell heraus. Ob ich dort zu späterer Stunde Selbstgespräche führe weiß ich nicht, da müsst ihr schon den Barkeeper fragen.

https://www.corvatsch.ch

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