Primest Hits im Kleinwalsertal

Letztes Wochenende hat am Ifen im Kleinwalsertal der erste Stop der Primest Hits stattgefunden und es war ein voller Erfolg. Am Samstag gaben die Pro’s um Maxi Preissinger ordentlich Gas, am Sonntag bei der Public Session zeigten auch die Amateure ihr Können.

Warum Primest Hits ?

Banked Slaloms gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und die Sach-und Geldpreise sind  oft üppiger als bei den meisten Amateur Freestyle Events. Vorweg: wir finden Banked Slaloms in der Ursprungsidee wundervoll und es sind ja am Schluss die Grass Root Events, die Snowboarden vor dem olympischen Regelschmerz gerettet haben, es hat sich förmlich eine Parallelwelt entwickelt: Snowboarden als Leistungssport (von der Rotationsgeschwindigkeit erinnert es uns manchmal unweigerlich an Eiskunstlauf)  und … na eben Snowboarden.

DC Rider Fabian Wolfsgruber mit einem stylishen Wildcat Indy ©Basti Gogl

Wir haben die Entwicklung der Banked Slaloms mit Argus Augen beobachtet und mussten feststellen: von diesen unzähligen Steilkurven wurde nicht nur uns schwindelig, sondern auch so mancher Snowboardasket hat auf der Jagd nach der besten Zeit seine Ideale und Prinzipien dem Rennwachs und Diamantfeilen geopfert. Immer verbissener wird im Banked um die schnellste Zeit gefahren und aus den Fun-Events ist teils bitterer Ernst geworden, der Mehrwert zum Boardercross ist bei manchen Veranstaltungen wirklich verschwindend gering. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken und zu verhindern, dass Wolle Nyvelt nächstes Jahr mit Rennanzug und Hermann Meyer Gedächtnis-Board zum Mount Baker Slalom fahren muss, um eine realistische Chance auf den Sieg aufrecht zu erhalten, haben wir uns bewusst für ein Format abseits von den Wertungkatalogen der Juroren, den Stechuhren und dem Druck der Nationalkader entschieden. Wir wollten jedoch keinen Old School oder Grassroot Event schaffen sondern Snowboarden von seiner Schokoladenseite zeigen. An Sidehits haben wir unsere ersten Sprünge geübt, heute machen wir an Sidehits was unsere Skills eben erlauben: vom Double Backflip über den Indy Nosebone, hier ist alles erlaubt, Sidehits sind zeitlos: deshalb haben wir die Primest Hits ins Leben gerufen.

Primest Hits im Kleinwalsertal

Geplant waren ursprünglich drei Tourstops, von welchen der erste in Grindelwald aufgrund der Schneelage abgesagt werden musste. Das Gelände dort wäre nahezu perfekt gewesen, wir freuen uns schon diebisch auf den Stop im nächsten Jahr.

Wir machten uns also am Freitag Morgen mit dem von K2 Snowboards zur Verfügung gestellten BMW X3 auf den Weg, vollbepackt mit Preisen von Ride und K2 Snowboards und kistenweise Freibier von Paulaner Zwickl. Als wir am Ifen ankamen, öffneten sich die Pforten zur Hölle: Schneeregen mit gefühlt 450 kmh Wind, unser Vorhaben die Hits schon am Freitag zu bauen fiel also im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Etwas niedergeschlagen zogen wir 2 Weißbier später unverrichteter Dinge ab.

Travel Charme Ifen Hotel Kleinwalsertal

Als wir jedoch kurz darauf das Travel Charme Ifen Hotel in Bezug nahmen hob sich die Stimmung schlagartig. Zwar kamen wir uns anfangs ein wenig deplaziert vor, denn die meisten von uns hatten noch nie ein 5 Sterne Hotel von innen gesehen, wir gewöhnten uns aber sehr schnell an den Luxus und verließen 3 Tage später diesen Palast schwersten Herzens.

Maxi Preissinger und Andi Gröbl zog es zum Interview in den großzügigen Wellness Bereich

Was wir am ersten Tag durch schlechte Wetterbedingungen verpassten, sollten wir am nächsten Tag aber wieder wettmachen.

Sidehits Construction Phase im Kleinwalsertal am Ifen

Die Bedingungen am Samstag waren nahezu perfekt, und so war es auch das Gelände: Es gab ohne Ende natürliche Hips, Windlips und Drops, wir wussten beinahe nicht, wo wir anfangen sollten. Das Gebiet ist mit seinen weichen Geländeformen am sagenumwobenen Gottesackerplateau gar zu prädestiniert für Sidehits, als der liebe Gott den Ifen geschaffen hat muss er an Side Hits gedacht haben.

Bob Preissinger und sein Sidekick Rene „Mangyboi“ Mangeng bei der Arbeit.

Wir teilten uns in zwei Mann Crews auf und suchten das Gelände nach passenden Spots ab. Jeder Spot bekam auf eine gewisse Art und Weise die Handschrift der Rider ab, die ihn gebaut haben.

Der Step-Down von Fabian Wolfsgruber war gefürchtet. Man landete mit Lichtgeschwindigkeit in einem Hang mit 45 Grad Steigung. Mangyboi verpasste dem Jump den passenden Namen „Mach 3“

Nach knapp drei Stunden schaufeln bei frühlingshaften Temperaturen waren unsere Pullover zwar durchgeschwitzt aber der Hunger auf die Jumps war noch größer. Wir hatten einen Run mit 10 Hits in einer Line, die Show konnte beginnen.

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