Das Dirksen Derby Splittboard-Rennen findet am 20. bis 22. März 2020 in der Axamer Lizum statt. Wir haben uns mit Josh Dirksen über sein Event und die Idee dahinter unterhalten.

 

Wie kam es zur Idee für das Dirksen Derby?

Seit etwa 1996 nehme ich am Baker Banked Slalom, dem legendärsten Snowboard-Rennen, teil. Das ist ein wirklich inspirierender Wettbewerb für viele Snowboarder, mich eingeschlossen.

2007 hatte ich die Idee, etwas Vergleichbares am Mount Bachelor, meinem Heimatberg in Oregon, zu organisieren. Die Vorsaison am Mount Bachelor macht immer Spaß und ich dachte mir, das wäre doch ein idealer Termin für einen Wettbewerb. Das Baker-Rennen hat mich am meisten inspiriert. Deshalb versuchte ich, meine Version als Miniatur-Banked-Slalom auszurichten.

Zur gleichen Zeit hatte unser Freund Tyler Eklund, ein 13-Jähriger bei uns aus dem Ort, bei den Nationals einen Snowboard-Unfall und brach sich das Genick, und er hatte keinen Krankenversicherungsschutz – ein großes Problem hier in den Staaten – also waren eine Menge Arztrechnungen zu zahlen. Das war ein guter Zweck für eine Spendenaktion und um die Community zu mobilisieren. Also startete ich das Dirksen Derby im Jahr 2007 als Spendenaktion für Tyler und im ersten Jahr konnten wir einige tausend Dollar sammeln.

Er ist immer noch an eine Beatmungsmaschine angeschlossen, doch dieser Tage geht es beim Derby für ihn um die Teilnahme: Wir haben einen Sitzski, den ein Freund fährt, und er läuft den Kurs mit seinen Freunden, die er schon immer kennt. Für ihn ist es keine Spendenaktion mehr, sondern es geht ihm darum, Teil der Gemeinschaft zu sein.

Wir haben immer noch die Gelegenheit, Gelder zu sammeln, die wir für viele unterschiedliche Zwecke spenden, und in den letzten paar Jahren ging ein Großteil der Spenden an die Initiative Protect Our Winters. Wir haben auch für Oregon Adaptive Sports Gelder gesammelt. Dabei handelt es sich um ein lokales Programm, das Menschen mit Behinderungen dabei hilft, die Berge zu erleben. Jedes Jahr werden beim Derby Gelder für Zwecke gesammelt, die gerade sinnvoll erscheinen.

Warum wird das erste Dirksen Derby in Europa als Splitboard-Rennen ausgetragen und nicht als traditioneller Blanked-Slalom?

Das Splitboarding ist ein Teil meines Lebens geworden. Es ist etwas, das mir die Gelegenheit bietet, ruhigere Plätze zu genießen und Zeit mit Freunden zu verbringen. Wenn wir dort draußen sind, da gibt es sonst nichts um uns herum, niemand schaut auf sein Smartphone. Bei unserem dritten Dirksen Derby veranstalteten wir ein Splitboard-Rennen und seit sechs oder sieben Jahren haben wir eine eigene Splitboard-Klasse. Jedes Jahr war anders. In einem Jahr hatten wir einen Massenstart, in einem anderen Jahr starteten die Teilnehmer im Minutenabstand und wieder in einem anderen Jahr nahmen wir die Einzelzeiten von zwei Wettkampftagen und addierten sie zu einer Gesamtzeit, und so wird auch das Dirksen Derby in Österreich ausgetragen werden.

Was willst du mit der Veranstaltung in Europa bewirken? 

 

Ambassador, Josh Dirksen

Europa soll ein Kontrast zu dem üblichen Bild sein, das die Leute vom Touring haben, denn dabei geht es häufig um schlankere Skis und darum, den Berg möglichst schnell hochzukommen. Ich will einen Kurs anbieten, der den Leuten zeigen soll, wie viel Spaß das Splitboarding machen kann. Es werden auch viele meiner amerikanischen Freunde rüberkommen, darunter auch welche, die am Splitboard-Rennen in Oregon teilgenommen haben.

Es ist kein Langstreckenrennen und es geht nicht bloß darum, den Gipfel zu erreichen. Vielmehr ist das Splitboarding eine großartige Gelegenheit, einmalige Orte zu entdecken und zu genießen. Das Ummontieren spielte schon immer eine große Rolle beim Gewinnen des Dirksen Derby Splitboard-Rennens – der Kurs ist so kurz, da liefert ein schnelles Ummontieren einen Riesenvorteil. Alle Gewinner des Splitboard-Rennens in den vergangenen Jahren zeichneten sich durch das schnelle Ummontieren aus. Adam Haynes, der Gewinner im Vorjahr, trainiert sogar ganz speziell das Ummontieren. Und genau das machte den Unterschied aus.

Für wen ist das Rennen? Wer kann daran teilnehmen? Die Wettbewerbsorientieren oder die Abenteurer?

So weit ich weiß, hat noch niemand das Derby als anspruchsvoll oder gar als beängstigend bezeichnet. Mitunter beschweren sich einige sogar darüber, wie leicht die Kurse sind. Doch eines meiner Ziele war schon immer, Tyler Ekland in seinem Sitzski dabei zu haben. Und bei dem Derby in Oregon haben wir eine eigene Sitzski-Klasse. Der jüngste Teilnehmer war sechs und der älteste 67. Es können also alle Altersgruppen teilnehmen. Ich versuche jedenfalls nicht, den Kurs für die Top-1-Prozent der Splitboarder auszurichten. Das Event in Österreich wird anspruchsvoll sein, es ist jedoch kein Hochgeschwindigkeitsrennen. Es wird wie ein Abenteuer, bei dem es darum geht, jede Menge Spaß beim Splitboarding zu haben.

Mit diesem Event hast du bisher 250.000 Dollar für unterschiedliche Gruppen und Einzelpersonen gesammelt. Warum ist es dir so wichtig, eine positive Kraft zu sein und gemeinnützige Organisationen wie zum Beispiel Umweltschutzgruppen zu unterstützen?

Der Klimaschutz steht nicht nur bei mir ganz oben auf der Liste, sondern auch bei vielen anderen Menschen. Daher gehen die Einnahmen aus dem Dirksen Derby-Splitboard-Rennen an die Naturfreunde, Protect Our Winters Europe und den Schutz der Berge. Das Hauptziel des Rennens ist es, die Menschen auf eine angenehme, nicht einschüchternde Art und Weise in die Berge zu bringen und eine Strecke zu schaffen, die dazu passt. Wenn wir keine Zeit in den Bergen verbringen und einfach nur auf Artikel im Internet klicken, werden wir wohl die Hoffnung verlieren und uns nicht um die Probleme kümmern. Wir müssen uns um unsere Umwelt kümmern, um unseren Planeten zu retten. Meine Hoffnung ist es also, die Leute in die Berge zu bringen, damit sie sich um die Natur kümmern.

Das Dirksen Derby Splitboard-Rennen findet in Österreich statt. Wo fährst du am liebsten? Was gefällt dir so gut an der hiesigen Szene bzw. Kultur?

In Europa habe ich viele Freunde, ich bin mit einer Schweizerin verheiratet und im Sommer lebe ich in der Schweiz. In den letzten 25 Jahren habe ich jede Menge Zeit mit dem Snowboarden in den Alpen verbracht. Zu den Alpen habe ich eine ganz besondere Beziehung und ich freue mich sehr, dieses Rennen nach Europa zu bringen. Es ist jedenfalls kein Zufall, dass das Rennen in den Alpen landet. Ich komme zwar aus Oregon, doch meine Familie lebt in der Schweiz, daher fühle ich mich an beiden Orten zuhause.

Alle Infos zum Event gibt’s hier:
www.dirksenderby.com

 

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