Das Kitzsteinhorn bietet für jeden von uns das richtige Terrain – zahllose Freeride-Möglichkeiten, Jibben, Transitions … entdeckt es selbst!

Es gibt wohl nur wenige Geschichten, die in den letzten 50 Jahren Wintersporthistorie am Kitzsteinhorn nicht schon erzählt wurden. Schließlich hat das einzige Gletscherskigebiet Salzburgs Ski- und Snowboard-Sport landesweit maßgeblich vorangetrieben und geprägt. In der Saison 2018/19, vor allem aber in der Saison 2019/20 dürfen die Betreiber des Resorts ein komplett neues Kapitel aufschlagen, wenn der Traum, vom Zentrum Kapruns aus mit Liften bis zum Gletscher hinaufzugelangen, verwirklicht wird.

Als professionelle Journalisten sollten wir zu Beginn unserer Lobeshymne eine grobe Zusammenfassung der Vorzüge des Kitzsteinhorns präsentieren, bevor wir uns in ausschweifenden Detailbeschreibungen verlieren. Normalerweise! Da aber das einzige Gletscher-Resort des Salzburger Lands ohnehin gängige Wintersport-Normen sprengt, wollen wir uns dieser Praxis verschließen und einen kurzen visionären Blick in die Zukunft werfen, bevor wir zum Ist-Zustand des Skigebiets kommen.

Park-Shredder, Freerider – für jeden das passende Terrain | © Kitzsteinhorn
Park-Shredder, Freerider – für jeden das passende Terrain | © Kitzsteinhorn

Eine neue Verbindung

Es ist soweit: Die seit Generationen geplante Liftverbindung vom Ortskern in Kaprun bis hinauf auf das „Top of Salzburg“ auf 3.029 Meter nimmt Gestalt an – beziehungsweise wurde mit der Eröffnung der neuen MK Maiskogelbahn im Dezember 2018 der erste Abschnitt des gewaltigen Projekts verwirklicht. Die neue 10er-Einseilumlaufbahn erschließt jetzt den Familienberg Maiskogel in einer neuen Qualität. Mit der neuen Mittelstation Stanger (1.137 m) werden somit die weiten und flachen Pisten für Familien, Anfänger und Skischulen optimal erreichbar sein. Okay, das ist für Hardcore-Shredder noch keine Meldung, die ihnen Freudentränen unter die Goggles treibt. Das wird sich aber schon im Dezember 2019 grundlegend ändern, wenn mit der 3K K-onnection die Perlenkette von Seilbahnen von Kaprun zum Kitzsteinhorn geschlossen wird. Ab der Wintersaison 2019/20 gelangt man dann direkt vom Ortszentrum (768 Meter) über den Maiskogel hinauf zum Gletscher.

Das Kitzsteinhorn bietet somit erstmals „Ski in, Ski out“ und steigt in die Topliga der alpinen Skigebiete auf – falls es nicht ohnehin schon längst in diesem elitären Club verkehrt. Mit einem Investitionsvorhaben von 82,5 Millionen Euro geht dieses Vorhaben als größtes in die 50-jährige Geschichte des Resorts ein. Mit dieser Summe haben sich die Salzburger zudem den Titel der längsten durchgehenden Seilbahnstrecke gesichert, die gleichzeitig auch noch die größte Höhendifferenz überwindet.

In Sachen Park-Setup spielt das Kitzsteinhorn schon seit Jahren in der Freestyle-Champions-League. Kaum zu glauben, dass sich im Februar 2019 mit dem South Central Park noch eine weitere Style-Spielwiese zu den bereits bestehenden Parks gesellt! Das neue Angebot wurde in der letzten Saison getestet und hat sich so gut bewährt, dass es nun zur Dauereinrichtung wird. Der Park-Abschnitt nach dem Ausstieg der 6er-Sonnenkarbahn glänzt mit einem verspielten Setup, das allen motivierten Park-Fahrern mehr Obstacles und mehr Runs ermöglicht. Mitten im Skigebiet kann man nun vom South Central Park über den Easy Park bis zum Central Park einen durchgängigen Run mit bis zu 20 verschiedenen Obstacles befahren und nach einer einzigen Liftfahrt gleich wieder von vorne beginnen! Insgesamt umfasst die Jib Line des South Central Park acht Obstacles mit Tubes und Rails.

Glacier Park | © Kitzsteinhorn
Glacier Park | © Kitzsteinhorn

Für die Weltklasse-Qualität der Slopestyle-Facilities am Kitzsteinhorn bürgen Head-Shaper Martin Liebmann und sein erfahrenes Team. Die Saison beginnt im Oktober mit dem Glacier Park am Gletscherplateau, der bis Januar geöffnet ist. Der „Skatepark aus Schnee“ bietet ein kreatives und vielseitiges Setup mit über 30 Hindernissen, darunter 6 Kicker zwischen 4 und 12 Metern sowie Tubes, Rails und Special Features. Die Easy Kicker Line, die Medium Kicker Line und die Jib Lines bieten den Ridern zahlreiche Möglichkeiten, ihre Kreativität zu beweisen!

Danny Davis | © Kitzsteinhorn
Danny Davis | © Kitzsteinhorn

Von Dezember bis Mai geöffnet ist dann die Superpipe, die mit 150 Metern Länge und 6,5 Metern Höhe auch diese Saison wieder zur Spielwiese für die besten Halfpipe-Profis der Welt wird. Sie wird weiterhin von Ali Zehetner geshapt, einem der weltbesten Pipe-Spezialisten. Er durfte bei den Olympischen Winterspielen 2018 die Halfpipe bauen. Letzten Winter trainierte in der Pipe am Kitz die komplette Snowboard-Weltelite, darunter Danny Davis, Scotty James und Shaun White, der seine Teilnahme bei den Spielen dann auch mit seiner dritten Goldmedaille krönen konnte.

Max Horn | © Kitzsteinhorn/Markus Rohrbacher
Max Horn | © Kitzsteinhorn/Markus Rohrbacher

Ebenfalls von Dezember bis Mai geöffnet ist der Easy Park. Mit seinen unterschiedlich schwierigen Hindernissen bietet er besonders Kids und Einsteigern die Möglichkeit, ihr persönliches Level schrittweise weiterzuentwickeln. Der Easy Park umfasst über 20 Obstacles für jedermann vom Anfänger bis zum Profi. Darunter sind fünf Kicker zwischen 2 und 15 Metern sowie zahlreiche Boxen, Tubes, Rails und Hips. Er besteht aus der Easy Line mit drei Easy-Kickern und Easy-Boxen, dem Upper Park mit seiner Slopestyle-Line sowie der Jib Line mit ihren Boxen, Tubes, Rails und einer Hip.

Ab Januar 2019 startet dann der Central Park durch, bei dem Progression und Airtime im Vordergrund stehen. Er bleibt bis Mai geöffnet und bietet mehrere Medium-Kicker, auf denen man seine Kicker-Skills verbessern kann, sowie den größten Kicker am Kitzsteinhorn. Insgesamt warten hier über 15 Obstacles vom Sechs- bis zum 20-Meter-Kicker sowie Tubes, Rails und ein Wallride. Im Startbereich lädt zudem die Chill-Area mit Chill-Container und Liegestühlen zu entspannten Pausen zwischen den Runs ein.

Freeride

Weiter geht es mit den Freeride-Optionen, die sich hinter dem üppigen Park-Angebot nicht zu verstecken brauchen. In den letzten Jahren haben die Bergbahnen vieles unternommen, um die Runs im freien Gelände sicherer zu gestalten und gerade Einsteigern die ersten Powder-Turns zu erleichtern. Zu diesem Zweck wurde am Alpincenter eine Freeride Info Base errichtet, an der ihr euch über die aktuellen Verhältnisse der fünf ausgewiesenen Freeride-Varianten informieren und den Lawinenlagebericht checken könnt. Zudem könnt ihr dort euer LVS-Gerät auf seine einwandfreie Funktion checken. Topografische Karten geben euch zudem wichtige Details zu Steilheit, Gefahrenstellen und optimale Lines an die Hand. Zusätzlich zur zentralen Freeride Info Base findet ihr an den Gates zu den jeweiligen Runs noch mal die wichtigsten Facts über die jeweilige Route. Solltet ihr euch bei der Einschätzung eures Könnens und der aktuellen Lawinensituation nicht ganz sicher sein, habt ihr die Möglichkeit, an den „Freeride Mondays“ an geführten Touren ins Backcountry teilzunehmen.

Genug Basisinformationen abgedrückt. Jetzt blasen wir noch ein paar Tipps zu den fünf Routen „X1 – Ice Age“, „X2 – Westside Story“, „X3 – Left Wing“, „X4 – Jump Run“ und „X5 – Pipe Line“ zu euch durch. Den Anfang macht die „Ice Age“. Die zwei Kilometer lange Abfahrt startet an der Talstation des Gletscher-Shuttle, verläuft unter der Gipfelbahn durch das gesamte Kar im Wechsel von Steilhängen und flacheren Bereichen und führt bis hinunter zu den Talstationen der Sonnenkarbahnen.

Weiter geht es mit der 2,8 Kilometer langen „Westside Story“. Diese Variante ist die längste und westlichste des Quintetts und startet bei der Kristallbahn-Bergstation. Der Einstieg zur „Left Wing“ befindet sich ganz in der Nähe der Info Base an den Bergstationen der Gletscherjet-2-Bahn und Langwiedbahn. Endpunkt der „X3“ ist die Talstation der Langwiedbahn. Zahlreiche Cliffs und natürliche Kicker zum Springen machen die Route „Jump Run“ zum Favoriten der Locals. Für Style-Maschinen bietet diese Route einen extremen Fun-Faktor. Last but not least der „Pipe Run“: Mit gerade einmal einem Kilometer Länge ist diese Variante zwar die kürzeste, doch die 250 Höhenmeter haben es in sich. Natürliche Pipes laden zum Spielen mit der Geländeform ein und die buckelige Beschaffenheit der Route lässt die Oberschenkel brennen.

Als Rausschmeißer geben wir euch noch zwei Häppchen an die Hand, wie ihr bei entsprechender Ortskenntnis und sicheren Verhältnissen bis ins Tal hinabfahren könnt. Die Runs über die Ederalm nach Kaprun oder in das Mühlbachtal bis nach Niedersill sind absolute Klassiker und sollten auf jeder Bucket List zu finden sein. Vielleicht könnt ihr an der Theke im „Paletti“ einen Local überzeugen, euch mit auf diesen Trip zu nehmen. Tipp: Bestechungsversuche mit Bier werden hier nicht geahndet und führen oftmals zum erwünschten Erfolg.

  • Website: kitzsteinhorn.at
  • Facebook: kitzsteinhorn, Snowpark.Kitzsteinhorn
  • Höhenlage: bis 2.900 Meter
  • Liftanlagen: 1 Standseilbahn, 1 Kombibahn, 1 Großkabinenbahn, 3 Kabinenbahnen, 5 Sesselbahnen, 5 Schlepplifte
  • Pisten: 42 km präparierte Abfahrten
  • Ticket 1 Tag: 53,- Euro (Erw.) / 39,- Euro (Jug.*) / 26,- Euro (Kids**)
  • Ticket 6 Tage: 260,- Euro (Erw.) / 195,- Euro (Jug.) / 130,- Euro (Kids)
  • Verbünde: Ski Alpin Card, Super Ski Card, 365 Alpin Card
  • Parks
    • snowpark.kitzsteinhorn.at
    • 13 Shaper
    • Re-Shape: täglich und bei Neuschnee am Vormittag
    • Glacier Park: bis Januar
    • Easy Park: bis Anfang Mai
    • Central Park: Januar bis Anfang Mai
    • South Central: Februar bis Anfang Mai
  • Freeride
    • Info-Base am Alpincenter
    • fünf ausgezeichnete Routen
    • „Freeride Mondays“ (Guiding für 89,- Euro)
    • viel freies Terrain rund um Langwied

* 2000-2002 / ** 2003-2012