Das Keep Snowboarding ist nicht mehr lange hin, also haben wir für euch in diesem „Handmade“ den Head-Shaper vom Snowpark Damüls Thomas Alton vor die Kamera geholt. Wer von euch schon einmal durch den Park in Damüls gefetzt ist, der hat wissentlich oder nicht die Arbeit von Thomas Alton genossen. Er ist der Head-Shaper des Parks im Bregenzerwald und dafür zuständig, dass euch den ganzen Winter hindurch immer wieder neue Features im Park erwarten. Außerdem betreibt er in Feldkirch einen Shop und kann sich daher über einen leeren Terminkalender nicht beklagen.

Thomas Alton, wie ihr ihn die meiste Zeit im Winter antreffen könnt
Thomas Alton, wie ihr ihn die meiste Zeit im Winter antreffen könnt

Du hast dich offensichtlich für dieses Foto mit deinen Lieblings-Arbeitsgeräten umgeben. Ganz ehrlich: du lässt doch deine Shaper schaufeln und übernimmst die Koordination, oder?
Also ganz ehrlich: Das Bild ist absolut true to this. Wenn ich am Berg bin, bin ich auch am Arbeiten und finde immer etwas, was es zu verbessern gibt. Ich kann einfach nicht nichts tun. Neben all der Koordination bin ich leidenschaftlicher Shaper. Als Chef der ganzen Bande ist es mir immer wichtig auf gleichem Niveau mit den Jungs zu arbeiten.

Wie lange bist du schon in den Snowpark Damüls involviert und seit wann hast du die Führung übernommen?
Ich habe mich mit 17 Jahren, in der Saison 1999/2000 bei Markus Simma (heutiger Geschäftsführer der Damülser Seilbahnen) einfachmal vorgestellt und ihm vorgeschlagen, dass wir doch auch so tolle Rails und Boxen bräuchten wie die Amis (Mack DawgProductions – Simple Pleasure oder The Resistance haben mich da sehr inspiriert). Eine Quarter wäre auch fein und einen Kicker müssten wir unbedingt auch bauen! Markus hat mich von Anfangan unterstützt. Ein paar Tage und einige Zeichnungen in Microsoft Paint später haben wir uns eine Box, ein Rail und ein Kinked Rail schweißen lassen, Kicker geschoben und mit dem „Schäller“ (alter Pipedragon) eine Quarterpipe gebaut. Drei Jahre lang habe ichmir jede Semesterferien eine Woche Zeit genommen, um den Park mit Gigis Onkel Werner Rüf zu bauen. Ehrenamtlich versteht sich. 2002/03 wurde die Firma Parkdesign ins Leben gerufen. Von da an wurde es Jahr für Jahr immer professioneller. Nun haben wir eine sechs Mann starke Shapecrew und einen riesigen Park. Vom Marketing über Events bis hin zur Koordination hat sich das Ganze vom Hobby zum professionellen Beruf/Firma entwickelt.

Du betreibst in Feldkirch auch noch einen Shop. Ist die Arbeit im Park eine Art Ausgleich zum Büroleben?
Wir sind ein Familienunternehmen, das es bereits seit 1950 gibt. 1995 haben wir mit Hilfe meiner Eltern und Geschwister den ALTONPremium Board Store eröffnet. Die Arbeit im Park kann ich mir gar nicht mehr wegdenken, sie ist definitiv ein perfekter Ausgleich, der mich bis zum letzten Tag der Saison ganz schön fordert. Ein großes Dankeschön geht da an meine bessere Hälfte Nadine, die mich sehr unterstützt. Sieben Tage die Woche über mehrere Monate zu arbeiten verlangt schon einiges ab. Aber das ist es auch, was mein „Hobby“ ausmacht.

Kommt es vor, dass du an einem Neuschnee-Tag den Park erstmal zulässt und dir selbst ein paar Powder-Runden gönnst?
Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen! Der Park muss ausgegraben werden, danach gibt’s genug Powderruns für die ganze Crew. Wir kennen ja alle Secret Spots, die nimmt uns keiner weg!

Thomas Alton – Shortcuts

Boardlänge 156
Bootgröße 9,5 (US)
Stance Regular
Winkel +15/-12
Lebt in Feldkirch, Vorarlberg
Verheiratet seit 2015
Lieblingstool Schwarzes Snow Park Tech Tool
Schneetage pro Jahr 70
Davon Tage beim Shapen 50

aus: Prime Snowboarding Magazine #11

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