Inhaltsübersicht:

Fünf Jahre Banked Slalom in Riksgränsen. Grund zu feiern! @freddiefruhstuck hat die Reise in den hohen Norden auf sich genommen und was er zum Jubiläums-Banked sagt, erfahrt ihr hier.

Vergangenes Wochenende hatte ich das Vergnügen, zum zweiten Mal in meinem Leben beim Riksgränsen Banked Slalom dabei sein zu können. Drei Jahre war es her, seit ich das letzte Mal so weit oben im Norden war, und ich konnte kaum erwarten, dorthin zurückzukehren. Über die magische Anziehungskraft von Riks wurde schon von weitaus versierteren Silbendrechslern als ich einer bin erzählt, ihr könnt also entweder deren Berichten trauen oder auf mein Wort vertrauen: Riksgränsen ist ein absolutes Must-See.

Fünf Jahre, und der Riks Banked Slalom wird immer beliebter | © Daniel Bernstål
Fünf Jahre, und der Riks Banked Slalom wird immer beliebter | © Daniel Bernstål

Dieses Jahr feierte das Brainchild von Anders Neuman sein fünfjähriges Jubiläum. Grund genug, nach Norden aufzubrechen. Nimm einen 24/7-Bluebird-Wetter-Forecast, Gerüchte von rekordverdächtigen Schneemengen und nicht weniger als drei perfekte Quarterpipes, die über das Resort verteilt sein sollten, in die Rechnung auf und es bleibt keine Entschuldigung mehr über, nicht hinzufahren.

Genießt die angenehme Abwesenheit von Skiern… | © Daniel Bernstål
Genießt die angenehme Abwesenheit von Skiern… | © Daniel Bernstål

Nicht zu vergessen: Die einmalige Gelegenheit, alte Freunde wie Björn Lindgren, Knoddas, David Söderberg, die Narvik- und Tromsö-Crews und all die anderen arktischen Shredder wiederzusehen, die während der dunklen Winter-Monate tapfer die heftigen Minusgrade aushalten, alles nur aus ihrer Liebe zum Snowboarden.

Grandmaster Terje kennt sich mit den Banks in Riks schon aus | © Daniel Bernstål
Grandmaster Terje kennt sich mit den Banks in Riks schon aus | © Daniel Bernstål

Tatsächlich kommen einige der besten Snowboarder der Welt aus Riksgränsen. Wie das kommt, fragt ihr euch? Simpel. Es liegt an den vielen Jahren, die man hier oben damit verbringt, an seinen Skills zu feilen und das auf allem, was man sich an Schnee vorstellen kann: blauer Stahl, Harsch, Powder, Slush. Alles, nur um ein einziges Feature hitten zu können. Das verwandelt dich ganz von alleine in einen Wirbelwind von Snowboard-Chamäleon. Aber ich schweife ab.

Anders Neuman lässt sich bei seinem eigenen Event natürlich die Moderation nicht nehmen | © Daniel Bernstål
Anders Neuman lässt sich bei seinem eigenen Event natürlich die Moderation nicht nehmen | © Daniel Bernstål

Freitag war der erste Wettkampf-Tag und für verwöhnte Alpen-Cruiser wie mich war es ein echter Schock. Keinerlei Neuschnee oder weit ausladende, perfekt abgezogene Banks, die wir Zentraleuropäer für so selbstverständlich halten. Stattdessen erwartete uns ein rauer und grobschlächtiger Kurs, an einigen Stellen nicht weiter als dein Board, brutal eisig und holprig. Herausfordernd? Und wie! Und dennoch verdammt spaßig, besonders wenn man den Kids dabei zusieht, wie sie mit einem fetten Grinsen durch den Kurs jagen. Da bleibt einem nichts anderes übrig als den Bauch einzuziehen und selbst seinen Mann zu stehen.

Ingemar Backman am Start | © Daniel Bernstål
Ingemar Backman am Start | © Daniel Bernstål

Dank der hervorragenden und 100 % technofreien Playlist, die bis aufs Maximum aufgedreht wurde und den gesamten Kurs vom Zieleinlauf bis zum Starthaus beschallte, wurden alle Schwierigkeiten des Kurses mit Testosteron überspült. Die paar anonymen kleinmütigen Geister, die sich über „zuviel Gitarren“ in der Playlist beschwerten, sollen sich bitte nächstes Jahr lieber ein Ticket für ein Kygo Guetta-Konzert besorgen.

Am darauffolgenden Samstag war der Kurs schon ein klein wenig freundlicher (Danke an die Shaper!) und hatte sich schon fast ein wenig in Richtung Vergnügen statt Angst verwandelt… Hampus Mosesson fuhr beeindruckende Zeiten, genau wie Terje, Pontus Staahlkloo, Björn Lindgren und Mons Roisland. Die erste Bank sorgte für allgemeine Verzweiflung, doch danach ging es smooth durch den Kurs. Mein eigenes Selbstbewusstsein glich jedoch eher dem einer Schildkröte, die zum ersten Mal in ihrem Leben ins offene Meer hinausschwimmen soll. Überraschenderweise verwandelte sich die ängstliche Schildkröte aber mit jedem Run in mehr und mehr in einen Hochsee-Segler.

Für einen Handplant hat Terje immer Zeit | © Daniel Bernstål
Für einen Handplant hat Terje immer Zeit | © Daniel Bernstål

Als jemand, der das Privileg genießen konnte, an weiteren fünf Banked-Events in Europa teilzunehmen, muss ich Riksgränsen reichlich Props dafür geben, das einzige Event zu sein, das den Wettkampf über zwei Tage laufen lässt. Das erlaubt den Fahrern, sich viel mehr mit dem Kurs vertraut zu machen und sich zu verbessern. Bravo! Hoffentlich findet dieses Beispiel viele Nachahmer. Ein weiterer Punkt, der mir besonders ins Auge stieß, war die große Anzahl von Kids, die bei diesem Banked mitfuhren. Schweden hat in Sachen Nachwuchsarbeit wieder einmal die Nase vorn.

Len Jørgensen: Fs Tail Grab | © Daniel Bernstål
Len Jørgensen: Fs Tail Grab | © Daniel Bernstål

Am Ende war es der große alte und doch so junge Terje Haakonsen, der die Masters-Wertung und schnellste Zeit insgesamt für sich verbuchen konnte, dicht gefolgt vom jungen Mons Roisland, der die Männer-Wertung gewann. Props auch an Pontus Staahlkloo, der die Grand Master-Wertung gewann (auch wenn er eigentlich viel zu schnell/fit/talentiert ist, um dorthin zu gehören!).

Ein großes Danke an Anders Neuman, Transition Mag, Riksgränsen und Snowboarding. Es waren zu viele Biere, witzige Momente und Highlights, um alle nacheinander aufzählen zu können. Macht euch im nächsten Jahr einfach selbst ein Bild!

>> Die Ergebnisse findet ihr auf der nächsten Seite.

1
2
Vorheriger ArtikelUnion: Stronger – Film des Jahres
Nächster ArtikelBenny Urban – Interview