Wir haben für euch die beliebtesten Snowboard Shapes herausgesucht und zeigen euch in diesem Ratgeber, welche Shapes sich für welchen Einsatz am besten eignen.

In den Labors, Kellern und Hinterzimmern der Snowboard-Industrie wird viel herumexperimentiert. Carbon, Kevlar, schnell nachwachsende Rohstoffe wie Bambus; es gibt wenig, was nicht ausprobiert wurde. Viele dieser Experimente bleiben für uns jedoch verborgen, denn wie oft zerlegt man schon sein eigenes Brett in die einzelnen Schichten, um nachzusehen, wie sich das beste Stück zusammensetzt?

Eine Sache, die uns jedoch sofort ins Auge sticht, ist der Shape eines Brettes. Nachdem in den Anfangsjahren viel herumprobiert wurde, hat sich der Twin-Shape herauskristallisiert und bei Boards für alle Einsatzbereiche durchsetzen können. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Jibber, Park- und Pipefahrer greifen fast immer zu einem Twin Tip. Bei Freeridern und Backcountry-Freestylern sieht die Sache jedoch schon wieder aus. Hier sind noch die meisten unterschiedlichen Shapes vertreten.

Shape Twin TipWas bedeutet Twin Tip?

Nose und Tail besitzen die gleiche Form und Länge. Wir unterscheiden heute zwischen True und Directional Twin. Beim True Twin sind die Bindungsinserts genau mittig platziert, beim Directional Twin dagegen mit einem leichten Setback (nach hinten in Richtung Tail). Dadurch wird die Nose ein Stück länger, was im Tiefschnee für mehr Auftrieb sorgt.

Fahrverhalten

Twin Tips sind echte Freestyler. Dank des kleinen Radius sowie der kurzen effektiven Kante sind sie drehfreudig und verzeihen Fahrfehler. Diese Boards sind entwickelt worden, um Tricks zu machen. Bei hohen Geschwindigkeiten und im Tiefschnee weisen Twin Tips leichte Nachteile auf.

Einsatzbereich

Piste, Park, Pipe, Street

 

 

 

 

Shape Tapered ClassicWas bedeutet Tapered Classic?

Bei diesem Shape ist die Nose deutlich breiter als das Tail. Das Brett verjüngt sich von Nose zu Tail und hat einen großen Setback. Manche Hersteller ergänzen diesen Shape durch ein Swallowtail. Je breiter solch ein Board ist, desto kürzer kann es gefahren werden.

Fahrverhalten

Diese Bretter haben nicht nur optische Gemeinsamkeiten mit Surfboards, sondern ähneln ihnen auch in ihrem Fahrverhalten. Durch die sehr breite Nose und dem schmalen Tail schwimmt das Board ohne große Kraftanstrengung auf. Dadurch, dass das Brett insgesamt breiter ist als ein Twin, lassen sich auch flache Tiefschneefelder problemlos fahren.

Einsatzbereich

Powder, Backcountry-Freestyle, Freeride

 

 

 

Shape Swallowtail SchwalbenschwanzWas bedeutet Swallowtail?

Diese Boards sind länger als Twin Tips und haben ihren Namen durch das an einen Schwalbenschwanz erinnernde Tail bekommen. Oftmals sind sie zusätzlich mit einer Powder-Nose ausgestattet. Diese läuft spitz zusammen und ist länger als die Nose eines Twin-Boards.

Fahrverhalten

Dank Schwalbenschwanz und Setback sinkt das Tail tief in den Schnee ein und schiebt die Nose nach oben. Durch diesen Auftrieb lässt sich das Brett durch Druck auf das hintere Bein perfekt durch den Powder lenken. Der direktionale Sidecut und die lange effektive Kante sorgen für Laufruhe und Kontrolle bei hohen Geschwindigkeiten.

Einsatzbereich

Freeride

 

 

 

Shape Swallowtail Sichel | Snowboard ShapesWas ist eine Swallowtail Sichel?

Snowboards mit der sichelförmigen Aussparung am Tail sind die meistverbreiteten Swallowtails. Manche Hersteller geben dem Brett zusätzlich einen Tapered Shape (siehe „Tapered“), um das Aufschwimmen im Tiefschnee noch mehr zu unterstützen und um gleichzeitig die Gesamtlänge zu reduzieren.

Fahrverhalten

Dank dem kleineren Swallowtail ist Switchfahren und –landen im Tiefschnee einfacher als mit einem klassischen Schwalbenschwanz. Viele Freerider bevorzugen diese Shapes, denn durch direktionalen Sidecut, Setback und langer effektiver Kante sind hohe Geschwindigkeiten ebenso gut zu kontrollieren wie hohe Cliff-Drops.

Einsatzbereich

Freeride, Backcountry-Freestyle

 

 

 

Shape Tapred Twin | Snowboard ShapesWas ist ein Tapered Twin Snowboard Shape?

Snowboard Shapes wie der Tapered-Shape erlauben es, Boards kürzer zu fahren als üblich bei gleich bleibenden Auftriebseigenschaften. Um dem ganzen noch eine Prise Freestyle zu verpassen, sind einige Firmen dazu übergegangen, auch das Tail zur Spitze hin zu verjüngen. Herausgekommen sind Freestyle-Boards mit Hang zu tiefem Powder.

Fahrverhalten

Tapered Twin Snowboard Shapes sind für all diejenigen gemacht, die den Berg wie einen Skatepark betrachten und alles fahren wollen, was ihnen in die Quere kommt. Drehfreudigkeit und hervorragender Auftrieb im Tiefschnee verbunden mit gutem Pop sind die besten Voraussetzungen dafür.

Einsatzbereich

Powder, Backcountry-Freestyle

 

 

 

 

Shape Asymetric | Snowboard ShapesWas bedeutet Asymetric bei einen Snowboard?

Asymetrische Snowboards sind Twin Tips mit unterschiedlichen Sidecuts und asymetrisch geformter Nose und Tail. Der Shape ist quasi zweigeteilt. Auf der Fersenseite ist der Sidecut tiefer, die Kante kürzer, wodurch auch Nose und Tail ein wenig kürzer werden. Auf der Zehenseite sind durch regulären Sidecut und Kantenlänge Nose und Tail ein wenig länger. So entsteht der charakteristische asymetrische Look.

Fahrverhalten

Die Idee hinter asymetrischen Snowboard Shapes ist, dass man mit den Fersen weniger Druck aufbringen kann als mit den Zehen. Der tiefere Sidecut gleicht diesen Umstand aus und ermöglicht präzisere und direktere Kraftübertragung über die Fersen. Besonders bei Tricks in Park und Street macht sich das bemerkbar.

Einsatzbereich

Piste, Park, Pipe, Street

 

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