Der Skicircus scheint bei uns zum absoluten Dauerbrenner zu werden. Das hat sich das Resort seit der Connection von Saalbach und Fieberbrunn mehr als verdient, denn kaum ein anderes Skigebiet kommt jedes Jahr aufs Neue mit einem solch massiven Angebot aus dem Sommerschlaf daher.

  • Website: saalbach.com
  • Höhenlage: 786 bis 2.096 m
  • Open: 01.12.17 bis 08.04.18
  • Liftanlagen:  29 Umlaufgondeln, 22 Sessellifte, 19 Schlepplifte
  • Pisten:  270 km präpariert
  • 14. bis 17.12.17 Rave on snow
  • 12.01.18 Mountain Attack
  • 20. bis 21.01.18 Freeride Festival
  • 10.03.18 Freeride World Tour
  • Erwachsene
    • 1 Tag: ab 45,- Euro
    • 6 Tage: ab 217,- Euro
    • Saison: ab 546,- Euro
  • Jugendliche
    • 1 Tag: ab 34,- Euro
    • 6 Tage: ab 163,- Euro
    • Saison: ab 408,- Euro
  • Verbünde
  • Website: saalbach.com
  • Shaper: 13
  • Nightpark
  • Nitro Snowpark
  • Learn-to-ride-Park
  • Easy Park
  • Funcross
  • Snow Trails
  • Freeride Parks

Erfreulich für uns Powder-Jäger ist die Tatsache, dass die Betreiber der vier zusammengeschlossenen Orte an einem Strang ziehen und sich als die Freeride-Destination präsentieren. Seit sich vor inzwischen zwei Jahren die Resorts Saalbach Hinterglemm und Leogang auf Seite des Salzburger Landes mit Fieberbrunn im Bundesland Tirol vereint haben, ging es mit dem neu entstandenen Verbund steil bergauf. Nicht, dass wir nicht schon vor dieser überfälligen Hochzeit voll auf unsere Kosten gekommen wären, jetzt aber hat sich der Verbund als einer der größten und lässigsten Österreichs unverrückbar in die Top-Riege der alpenländischen Winter-Destinationen katapultiert. Marketing-Yuppies würden bei diesem Zusammenschluss zweifelsohne von einer klassischen Win-win-Situation sprechen – wir aber von einem absolut geilen Freeride-Paradies.

© Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn
© Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn

Dabei stellt das neu erschlossene Areal seit der Connection durch die TirolS-Bahn nur eines der Highlights dar, die uns im Grenzgebiet der beiden Bundesländer die Powder-Tage versüßen. In dem steilen Nordwesthang zwischen Hochalm, Reiterkogel und Bernkogel findet sich nämlich feinstes Terrain. Bevor wir euch aber mit den besten Runs im gesamten Verbund das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, wollen wir euch noch ein paar nützliche Features aufzählen, die im Skicircus auf pflichtbewusste Freerider warten. Im riesigen Verbund sind nämlich erstmals flächendeckend 14 LVS-Checkpoints installiert. Dieses neue Angebot wird mit den beiden LVS-Suchfeldern und dem eigens entwickelten Schneeinformations- und Lawinenwarnsystem LO.LA* perfekt ergänzt. Darüber hinaus sind noch weitere Projekte geplant, um für noch mehr Sicherheit am Berg zu sorgen. Die kostenlose Saalbach-App inklusive LO.LA* hilft euch zum Beispiel, die nicht immer einfach zu lesenden und geografisch groben Lageberichte der amtlichen Lawinenkommission individuell auf alle Freeride-Hänge im Skicircus zu transferieren und somit einfacher zu verstehen. Über Smartphone, Tablet oder PC könnt ihr euch die Software ziehen und seid somit optimal für euren Powder-Trip präpariert.

Im Skicircus SaalbachHinterglemm/Leogang/Fieberbrunn kommen Freerider und Tiefschnee-Junkies voll auf ihre Kosten
Im Skicircus SaalbachHinterglemm/Leogang/Fieberbrunn kommen Freerider und Tiefschnee-Junkies voll auf ihre Kosten

Genug um den theroetischen Brei geredet und ab ins Gelände. Vom Schattberg, dem Hausberg der Gemeinde Saalbach-Hinterglemm, geht es über über den Schattberg Sprinter oder die Westgipfelbahn mit einem anschließenden kurzen Hike hinauf zum Stemmerkogel. Von dort führt eine schöne und extrem abwechslungsreiche Route wieder hinunter nach Hinterglemm – oder wahlweise auch nach Jausern. Im oberen Teil findet ihr wunderbar offene Hänge, die in verspielten Tree-Runs enden. Im Tal wartet schon der nächste Run auf euch, nämlich unter dem Zwölferkogel. Vom Gipfel aus in Richtung Norden führen unterschiedlichste Geländeformen wieder hinunter zur Saalach. In diesem Teil des Resorts ist aber ökologisches Fair Play angesagt, denn Sperrzonen sind nicht errichtet worden, um uns Freerider zu ärgern, sondern um die Natur zu schützen. Ihr findet sicher eure Line, ohne auf die dunkle Seite der Macht wechseln zu müssen. Im Tal angekommen schaukelt ihr euch über verspielte Südhänge langsam hoch Richtung Osten, bis ihr schließlich am anfangs beschriebenen Reiterkogel angelangt seid, um schön langsam den Grenzwechsel in den Tiroler Teil des Skigebiets zu wagen.

Cliff-Drops machen Laune, wenn man sie beherrscht! Wem das noch eine Stufe zu groß ist, der findet in dem weitläufigen Gelände zahlreiche andere Optionen
Cliff-Drops machen Laune, wenn man sie beherrscht! Wem das noch eine Stufe zu groß ist, der findet in dem weitläufigen Gelände zahlreiche andere Optionen

Einfacher als unter der TirolSBahn lassen sich wohl nirgends Powder-Turns und Airs über eine Landesgrenze schmuggeln. Im Grunde ist an dieser Stelle erst die Hälfte des Freeride-Märchens des Verbunds erzählt, denn im zweiten Teil warten die spannenden Kapitel der Fieberbrunner Seite auf euch. Dass diese permanent im Ranking der internationalen Bestseller-Listen rangieren, braucht an dieser Stelle nicht mehr erwähnt zu werden, oder? Schließlich folgen die weltweit besten Freerider jedes Jahr dem Ruf der FWT an den legendären Wildseeloder. Neben dem imposanten Gipfel hat das schneesichere Resort aber noch mehr für Powder-Jünger zu bieten.

 

Paradebeispiel ist der Run in den Pletzergraben, der nach einem kurzen Hike vom Ausstieg des Sessellifts Hochhörndl zu erreichen ist. Die nächsten Lines könnt ihr unter der Reckmoos Nord einsacken. Traversiert ihr nach links, stoßt ihr automatisch auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Lines, die mit Wechten, Cliff Drops und schmalen Rinnen gespickt sind und euch definitiv in Erinnerung bleiben werden. Zur rechten Seite der Seilbahn finden sich Cliffs in allen Höhen, die ohne jeglichen Aufstieg zu erreichen sind. Die offiziell ausgeschriebenen Freeride-Routen liegen vorwiegend am Lärchfilzkogel sowie Reckmoos Nord & Süd und sind auch für Freeride-Einsteiger ideal geeignet. Im Lärchenwald warten bei ausreichender Schneelage lustige Pillow-Lines, jede Menge Cliffs und allerhand andere Obstacles. Jetzt hätten wir ja beinahe vergessen, dass in Österreichs lässigstem Skigebiet gleich zwei Freeride Parks und vier Snowparks auf euch warten.

© Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn
© Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn

Highlight für Style-Profis ist zweifelsohne der Nitro Snowpark in der Asitzmulde in Leogang. Für Freestyle-Einsteiger eignet sich hingegen der Learn-to-Ride Park am Bernkogel in Saalbach. Wer beim Après-Ski in einer der unzähligen Bars und Nightclubs in Saalbach zu tief ins Glas geschaut haben sollte und seine weichen Knochen erst nachmittags wieder in den Bewegt- Modus schalten kann, dem empfiehlt sich der Nightpark an der Unterschwarzachbahn in Hinterglemm. Dieser ist zu Fuß aus Hinterglemms Zentrum erreichbar und verfügt über eine Pro-, Medium- und Easy-Line. Von Montag bis Samstag dürft ihr euch bis 21:30 Uhr über die Obstacles schmeißen, bis der Hausmeister schließlich das Flutlicht ausknipst. Last but not least verfügt auch Fieberbrunn über einen Funpark. So findet man direkt an der Bergstation der Streuböden-Gondel den Easy-Park mit seinen fünf unterschiedlich großen Kickern, Wellenbahnen und einigen Boxen.

© Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn
© Skicircus Saalbach-Hinterglemm/Leogang/Fieberbrunn

Wie ihr seht, geht im Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn der Punk ab. Also packt euer Brett in den Kofferraum und checkt euch die nächsten Tage in Österreichs lässigstem  Skigebiet ein.

Aus: Prime Snowboarding Magazine #14