Nachwuchsarbeit ist eine wichtige Angelegenheit für die Zukunft des Snowboardens. Wir haben uns mit vier Team-Managern über ihre Arbeit unterhalten und stellen euch dabei gleich noch einen ihrer Zöglinge vor. Diese Woche: Max Zebe aus dem Absolut Park-Team.

Nachwuchsförderung ist eines dieser holprigen deutschen Wörter, die sich steif und kompliziert und auch ein wenig nach verstaubter Sporthalle und Turnvater Jahn anhören. Doch die Idee dahinter ist auch für Snowboarden von großer Bedeutung. Es wird zwar immer irgendwo Kids geben, die sich alleine durchkämpfen, für ihre Art des Snowboardens einstehen und möglicherweise sogar Erfolg damit haben, doch wenn Snowboarden wachsen und eine starke Basis haben soll, dann brauchen wir diese Nachwuchsförderung. Neben dem Verständnis von uns allen, dass diese Arbeit notwendig ist und wenn sie von den richtigen Leuten gemacht wird auch gut ist, braucht es die Unterstützung von Brands und Resorts. Wir haben uns mit vier Teammanagern aus verschiedenen Ecken unseres Sports unterhalten, um herauszufinden, was sie unter Nachwuchsförderung verstehen, worauf es ihnen dabei ankommt und was sie dafür tun.

Der Absolut Park in Flachauwinkl ist einer der beliebtesten und progressivsten Parks, die wir hier im deutschsprachigen Alpenraum haben. Bernd Egger ist zuständig für Events, Marketing und Teammanagement des Freestyle-Eldorados im Salzburger Land und hat in den acht Jahren, in denen er diesen Job bereits ausübt, zusammen mit Seppi Harml, dem Initiator und Gründer des Absolut Parks, ein vielfältiges und gutes Team aufgebaut. Dabei kommt ihm unter anderem seine langjährige Erfahrung als Judge bei Contests wie dem Pleasure Jam, Spring Battle und Wängl Tängl zugute wie auch seine vorherige Position als Teammanager bei Quiksilver.

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Bernd Egger, Teammanager im Absolut Park

Im Gegensatz zu einem Brand hat der Absolut Park als Resort die Möglichkeit, Events speziell für den Nachwuchs auszurichten. Der Jib King, der Anfang Januar stattgefunden hat, ist eines dieser Events, bei denen junge Fahrer die Möglichkeit bekommen, auf sich aufmerksam zu machen und erfreut sich seit Jahren großer Beliebtheit. Ein weiteres Nachwuchs-Event ist das Local Kids Camp in den Salzburger Semesterferien, bei dem die jungen Teilnehmer von den Teamfahrern gecoacht werden. Aber auch das größte und wichtigste Event – das Spring Battle – bietet nicht nur Pros die Chance, Punkte für die World Snowboard Tour zu sammeln, sondern ist durch das umgestellte Format auf die Followcam-Jam-Sessions auch für jüngere Fahrer interessant.  Für Bernd ist das Scouten von jungen Talenten ein wichtiger Teil seiner Arbeit: „Auf neue Fahrer werde ich entweder auf unseren eigenen Events aufmerksam, in der vielen Zeit, die ich vor Ort auf dem Berg verbringe oder bei den ganzen anderen Contests.

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Max Zebe

Ich versuche, bei so vielen Veranstaltungen wie möglich persönlich da zu sein, halte mich über Social Media auf dem Laufenden und bin so recht gut informiert.“ Hat es ein Fahrer/in geschafft, die Aufmerksamkeit des Absolut Park-Teammanagers auf sich zu ziehen und es ins Team geschafft, kann er/sie sich der Unterstützung sicher sein. Durch das eng gestrickte Netzwerk an Kontakten mit der ganzen Industrie wird den Rookies bei der Suche nach Sponsoren geholfen, aber auch durch eigene Aktionen wie Fotoshootings für Anzeigen, die dann wiederum in den verschiedenen Magazinen landen, bekommen die Teamfahrer regelmäßig Coverage und können so ihren Bekanntheitsgrad steigern.

Bei einem Shooting für Marko Grilcs „Grilosodes“ wurde er vor zwei Jahren auf Max Zebe aufmerksam. „Man musste kein Prophet sein, um zu erkennen, was in dem Kerl steckt, denn Marko hat ein gutes Auge für Nachwuchsfahrer und in seinen Grilosodes tauchen immer nur gute Snowboarder auf. Dennoch war ich überrascht davon, wie gut Max auf Rails unterwegs war. Beim Spring Battle ein Jahr später bewies er dann eindrücklich seine Kicker-Skills und wir lernten uns besser kennen. Er ist extrem motiviert, fokussiert, professionell und insgesamt ein sehr positiv gestimmter Mensch. Das ist etwas, worauf ich sehr großen Wert lege: Ein Neuzugang muss ins Team passen, auf der fahrerischen wie auch auf der menschlichen Ebene. Und das ist bei Max zu hundert Prozent der Fall.“ Im nächsten Jahr wird Max die Schule beenden und Bernd ist sich sicher, dass die Zukunft Großes für seinen Teamfahrer bereithält.

Aus: Prime Snowboarding Magazine #05