Bevor wir euch erzählen, wie es uns beim Ausprobieren des Storm Chasers ergangen ist, eines vorne weg: Unsere fahrerischen Qualitäten reichen bei weitem nicht an die eines Pros heran, das ist klar. Und auch wenn wir einige Tage im Jahr auf dem Berg verbringen, können wir unsere Beurteilung nur aufgrund unserer fahrerischen Möglichkeiten fällen. Doch möglicherweise sind wir damit näher an euch dran, als wenn euch ein Pro erzählt, welche Eigenschaften er beim Fahren feststellen konnte. Dies ist also mehr ein Erfahrungs- als ein Testbericht.

Das Brainchild von Jones & Christensen | © Jones Snowboards
Das Brainchild von Jones & Christensen | © Jones Snowboards

Nachdem das Storm Chaser ausgepackt vor uns steht, wird schnell klar: Jones und Christenson ist hier rein optisch ein echtes Meisterstück gelungen. Das Film-Topsheet bietet laut Hersteller die gleichen schockabsorbierenden Eigenschaften wie herkömmliche Topsheets, kann jedoch weitaus dünner produziert werden und ist somit ein wichtiger Faktor zur Gewichtsminimierung. Das geringe Gewicht ist neben der Optik und dem ungewöhnlichen Shape eines der ersten Dinge, die wir feststellen.

Als uns das Wetter vor wenigen Wochen noch einmal mit fettem Schneefall beglückte, schickten wir einen unserer Redakteure los, das Brett endlich in den dafür vorgesehen Bedingungen zu testen. Das Storm Chaser gibt es in drei Längen: 142, 147 und 157. Da unser Tester eher wie ein Wookie als ein Ewok gebaut ist (193 cm, 78 kg), haben wir uns die 157-Variante ausgesucht. Eine gute Wahl!

Mike LeBlanc ist ein großer Fan des Storm Chasers, wie er uns auf der Ispo verraten hat | © Jones Snowboards
Mike LeBlanc ist ein großer Fan des Storm Chasers, wie er uns auf der Ispo verraten hat | © Jones Snowboards

Nach den ersten zwei Runs, die wir zur Eingewöhnung auf der Piste machen, verziehen wir uns in die Bäume. Schließlich wollen wir wissen, wie sich das Storm Chaser im Powder schlägt! Während wir die ersten Turns im tiefen, frischgefallenen Schnee zwischen den Bäumen ziehen, breitet sich ein fettes Grinsen im Gesicht unseres Testers aus: Mühelos gleitet er durch den Schnee und jagt mit kurzen, schnell Turns durch die Bäume (die auf unserem Run stellenweise ziemlich eng stehen). Ein kurzer Druck aufs Tail und schon staubt ein großer Spray auf. Das Swallow Tail kommt voll zum Einsatz und wer es liebt, Sprays an jede erdenkliche Stelle zu setzen, wird mit diesem Board glücklich. Wir versuchen, das Storm Chaser an seine Grenzen zu bringen, doch an diesem schneereichen Tag kommen wir eher an unsere. Wir versuchen uns an ein paar Drops und auch in der Luft fühlt sich das Board gut und stabil an, lediglich bei Switch-Landungen braucht es aufgrund des kurzen Tails ein wenig mehr Eingewöhnungszeit (was jedoch auch unseren Fähigkeiten liegt). Am Ende diesen Tages ist klar, dass sich dieses Board aus dem Hause Jones im Powder am wohlsten fühlt und schneller als jedes andere Brett, das wir bisher an den Füßen hatten, durch den Schnee schießt.

Jeremy vs. Groomers - wer gewinnt?
Jeremy vs. Groomers – wer gewinnt?

Nach dem mehr als erfolgreichen Tag im Powder waren wir begierig, das Brett auf seine Carving-Qualitäten zu testen. Schließlich ist es Jeremys „Weapon of choice“ für frischgewalzte Pisten. Also machen wir uns früh am Morgen auf, damit wir noch vor den großen Touristen-Massen auf der Piste sind. Und auch hier wird klar, dass uns nicht zuviel versprochen wurde. Das Brett ist schnell, sehr schnell sogar und wir sind überrascht, wie gut es trotz Rocker auf der Kante bleibt. Turn um Turn wagen wir uns tiefer in die Carves hinein, bis wir schließlich so weit es uns möglich ist, in der Kurve liegen. Es verlangt ein wenig Kraft und man darf sich durch das Flattern der Nose, was bei deren Länge unvermeidlich ist, nicht abschrecken lassen. Nach einer Stunde sind wir uns sicher: das Storm Chaser fühlt sich bei langgezogenen Carve-Turns genau so wohl wie im Tiefschnee.

Um ein stimmiges Gesamtbild zu bekommen, nemen wir das Brett schließlich auch auf zerfahrene Pisten, in holprige Runs im Backcountry und auf zwei Runs durch den Park mit. Wie angekündigt, haben wir hier unsere Schwierigkeiten, sind aber überrascht, wie gut es sich dennoch schlägt. Es kostet mehr Kraft, aber das Storm Chaser lässt sich auch bei diesen Bedingungen gut manövrieren. Nicht unwichtig, denn meistens muss man sich eben doch, um zu den guten Stellen im Gebiet zu kommen, durch die beschissenen kämpfen.

Im Powder ist das Storm Chaser unschlagbar
Im Powder ist das Storm Chaser unschlagbar

Unser Fazit: Wenn ihr auf der Suche nach einem Powder-Spaß-Brett seid und auf schnelles Resort-Surfen und Carve-Turns steht, dann ist das Storm Chaser von Jones Snowboards das perfekte Brett für euch. Wir hatten unglaublich Spaß damit!